Shopping im Grossformat

Shopping im Grossformat

Riesige Packungen, fast gratis – so stellt man sich das Einkaufen im „CC“ vor. Wir werfen einen Blick hinter die geheimen Kulissen der Grossmärkte.

Einkaufen im Cash & Carry, kurz CC, ist etwas Besonderes. Nur schon, weil der normale Konsument keinen Zugang hat. Richtet sich doch das Angebot ausschliesslich an Firmenkunden. Die wenigsten kennen also den CC. Trotzdem gibt es gewisse Vorstellungen, wie dass die Packungen übermenschlich gross sind und dafür fast nichts kosten. Wir überprüfen das und räumen auf mit Mythen und Gerüchten.

Unter CC wird ein Abholmarkt für Grossverbraucher verstanden. In der Schweiz gibt es derzeit vier Anbieter die sich den Markt aufteilen:

Marktführer in der Schweiz ist Prodega/Growa. Die Unternehmung ist Teil der Transgourmet Gruppe, die wiederum Coop gehört. Als einzige der Schweizer Grossmärkte ist sie auch im Ausland tätig und mit 139 CC Märkten in Europa die Nummer 2. Der Umsatz betrug im Jahr CHF 8.5 Mrd. Klassische Kunden der CC sind Gastrobetriebe, Detailhändler, das Militär und weitere gewerbliche Grossverbraucher. Um Zugang zum CC zu haben wird eine Kundenkarte benötigt. Die meisten CC akzeptieren aber auch einen Flyer für ein Fest oder ein Lager, um einmalig für diesen Anlass einkaufen zu können.

Die CC Märkte befinden sich üblicherweise in den Industriegebieten oder in der verkehrsgünstigen Agglomeration. Wir von Yogurtlandia St. Gallen kaufen üblicherweisen bei Cash&Carry Angehrn in Frauenfeld oder im TopCC in St. Gallen ein. Das Sortiment ist allen Märkten etwas das gleiche: Lebensmittel, Reinigungsmittel, Verbrauchsmaterial für die Gastronomie, Gastro-Geräte und Hygieneartikel. Je nach Anbieter gibt es eine bediente Metzgerei, Gartenmöbel, Geschirr oder gekühlte Räume für Früchte und Obst.

Beim Eingang rüsten wir uns mit einem Einkaufswagen aus, der deutlich grösser ist als im normalen Laden. Den Einkaufszettel befestigen wir am Klemmbrett, das am Wagen angebracht ist. Praktisch, das wäre für den Privateinkauf bei Coop oder Migros auch nützlich Kurz am Eingang die Kundenkarte zeigen und los geht’s. Die Präsentation der Waren ist auf gewerbliche Kunden ausgerichtet. Die Regale sind hoch, die Packungen und Büchsen sind aufeinandergestapelt und müssen vom Kunden selber auf den Einkaufswagen gewuchtet werden.

Das Sortiment hat üblicherweise eine gewisse Tiefe, das heisst es gibt vom selben Artikel verschiedene Marken. So gibt es beispielsweise in Frauenfeld 6 verschiedene 60 l Abfallsäcke ohne Gebührenmarken. Mit und ohne Zugband, einzeln gerollt oder perforiert auf der Rolle, dicker Plastik oder die ganz dünne Ausführung. Die Verpackungseinheiten sind deutlich grösser als gewohnt. Schliesslich kaufen Grossverbraucher ein. So gibt es Mr. Proper im 20 l Bidon und die Tomatendose hat 5 kg Inhalt. Früchte und Gemüse werden kistenweise gekauft. Kopfsalat gibt es dann 10 Stück im sogenannten IFCO-Gebinde. Diese grünen Gemüsekistchen können wieder zurückgebracht werden und verursachen so keinen Abfall.

Die Einkaufsliste ist abgearbeitet und Impulskäufe wurden vermieden. Obwohl es ganz schön verlockend ist, eine ganze Schachtel voll Zuckerschlangen zu kaufen. Da kommen Kindheitserinnerungen an das „Chrömele“ am Kiosk auf. Nun kommt der Bezahlvorgang. Der ist deutlich kundenfreundlicher als im normalen Laden. Kein ausräumen des Wagens, auf das Förderband stapeln und dann gehetzt die Tomaten in die Einkaufstasche packen, weil sie sonst vom permanent nachlaufenden Förderband und den Waren daruf vermanscht werden. Der vollbeladene Einkaufswagen wird an der Kasse parkiert. Während ein Mitarbeiter den Einkauf scannt und auf einen bereitstehenden leeren Wagen umlädt kann der Kunde einen Kaffee geniessen, der vom CC offeriert wird. Bei einigen Märkten wird dann der Einkaufswagen sogar in einer gekühlten Zelle abgestellt, so das Hetzen bei der Kaffeepause nicht nötig ist. So kann die Kühlkette beim Einkauf optimal eingehalten werden. Die Bezahlung erfolgt in Bar oder mit Karte. Nun erhält der Kunde eine Quittung. Diese ist mindestens 3 A4-Seiten lang. Es werden die Produkte nach Kategorie aufgelistet und auf der letzten Seite die Summen so zusammengefasst, dass die Quittung direkt als Beleg für die Buchhaltung verwendet werden kann. Inklusive Kontierung der Beträge nach dem Standardkontenplan der GastroSuisse. Diese Quittung wird nicht nur für die Buchhaltung benötigt, sondern muss im Kontrollkonzept auch für die Lebensmittelkontrolle aufbewahrt werden.

Nun gilt es noch die Einkäufe im Kofferraum zu verstauen. Ware die gekühlt werden muss wird in speziell grossen Kühltaschen gepackt. Diese Kühltaschen sind auch die einzigen Einkaufstaschen die im CC erlaubt sind.

Ist denn der Einkauf im CC deutlich günstiger als bei Migros, Coop, Aldi oder Lidl? Ein Preisvergleich fällt eher durchzogen aus. Einzelne Produkte sind günstiger, vor allem diejenigen die in grossen Behältern gekauft werden können. Viele Artikel bewegen sich aber im gleichen Preisbereich wie die Billiglinien M-Budget oder Prix Garantie. Gerade bei Aldi oder Lidl kann oft auch zu ähnlichen Preisen wie im CC eingekauft werden. Fleisch ist im CC deutlich günstiger, muss aber in grossen Mengen gekauft und durch den Kunden selber portioniert werden. Früchte und Gemüse sind deutlich frischer als bei Migros oder Coop, gerade auch weil sie permanent gekühlt werden. Vom Preis her sind aber sowohl Aldi wie auch Lidl konkurrenzfähig, beide haben ein sehr gutes Angebot bei Früchten und Gemüsen.

Der grösste Vorteil eines Einkaufs im CC kommt nun zum Schluss. Es gibt kein Gedränge, kein Anstehen an der Kasse und lange Öffnungszeiten. Shopping geht also auch stressfrei.

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Hier ist Yogurtlandia St. Gallen zu finden