Ab ins Silicon Valley?

Ab ins Silicon Valley?

Es gibt viele Varianten um zu erklären, wie ein Geschäft funktioniert. Im Silicon Valley, und nicht nur dort, wird das „Business Model Canvas“ verwendet, um eine Idee einfach und intuitiv auf einem Plakat zu erklären. Hier ist nun also mein Versuch, das Geschäft nach diesem Modell zu erfassen. Und natürlich will ich mit meinem sehr „analogen“ Geschäftsmodell nicht ins Silicon Valley. Die Ostschweiz ist aus meiner Sicht für den Start auch ein interessanter Markt.

Bei der Erarbeitung meines Geschäftsmodelles habe ich mich am Vorgehen wie es im Buch „Business Model Generation“ (hier der Link) erklärt wird, orientiert. Ein grosser Teil der kreativen Phase in der das Produkt von der Pike auf erfunden werden muss, habe ich dabei aber nicht durchschritten. Mein Produkt gibt es schon und es hat sich bereits am Markt bewährt. Nichtsdestotrotz diente mir das systematische Vorgehen, um keine relevanten Bereiche zu vergessen. Ich habe auch grösstenteils darauf verzichtet, Abkürzungen zu nehmen und Bereiche zu überspringen. Das hat sich später gelohnt, konnte ich doch im Verlauf des Gründungsprozesses immer wieder auf diese Grundlagen zurückgreifen.

Der grosse Vorteil des Business Model Canvas ist aus meiner Erfahrung nicht, dass nur damit eine Geschäftsidee entwickelt und festgehalten werden kann. Sicherlich gibt es hier alternative Methoden, die allenfalls auch umfassender sind. Sobald ich aber später die Gelegenheit hatte, mein Geschäftsmodell zu verkaufen, diente mir das Canvas als einfache Möglichkeit, meine Idee zu visualisieren. Und da ein Bild mehr sagt als tausend Worte, habe ich mit meinen einfachen Handskizzen guten Erfolg. Es gelingt mir, meine Geschäftsidee kurz und knackig zu erklären.

Hier ist also mein Geschäftsmodell, grafisch dargestellt und in Textform erläutert. Der Text diente zugleich als Management Summary meines Businessplans. Einige unternehmens-interne Angaben habe ich an dieser Stelle bewusst ausgelassen.

Unter der Marke „Yogurtlandia“ wird die Gastro Libero GmbH in St. Gallen eine Yogurt Bar eröffnen, in der sich die Kunden Frozen Yogurt, Yogurt-Kreationen (Müesli usw.), Crêpes und Waffeln mit Toppings nach Wunsch zusammenstellen lassen können. Inhaber der Gastro Libero ist Pascal Frei, Jahrgang 1979, aus Frauenfeld. Seit dem Hauswirtschaftsunterricht in der Sekundarschule kocht er leidenschaftlich gerne und grilliert sowohl auf seinem Balkon wie auch für grosse Gesellschaften mit Freude und Passion. Bevor er mehr als 20 Jahre in der Bankbranche arbeitete, war „Käser“ lange Jahre sein Berufswunsch. Seit seiner Jugend hat er ein Faible für Yogurt- und Milchprodukte in allen Variationen. Mit der Yogurt Bar in St. Gallen verwirklicht er ein Stückweit seinen Jugendtraum.

Die Gäste geniessen das Produkt dank einem Angebot an Verpflegungsplätzen direkt im Geschäft oder erwerben es „Take Away“. Das Angebot wird mit italienischem Kaffee, heisser Schokolade, Softdrinks und Smoothies abgerundet. Das Wertangebot (Value Proposition) der Yogurt Bar ist:

„Einem breiten Publikum, das sich genussvoll und bewusst ernährt, bietet Yogurtlandia individuelle und kreative Verpflegung rund um das Yogurt.“

Die Yogurt Bar wird unter einer Franchising-Lizenz geführt. Die Schlüsselaktivitäten sind das Marketing, Produktion & Verkauf an der Theke und die Sicherstellung einer funktionalen Logistik. Dazu benötigte Ressourcen sind u.a. ein Standort an bevorzugter Lage, das Inventar mit Maschinen und Geräten, das Personal und die Finanzen. Die Kundenbeziehung gestaltet sich direkt als Kunde-Verkäufer-Beziehung im Ladenlokal der Yogurt Bar. Als Kundensegment wird grundsätzlich der Massenmarkt angesprochen, insbesondere Kinder, Teenager & Familien, Studenten & Berufstätige, Gesundheitsbewusste und Senioren. Geplant ist es, die Yogurt Bar am 11.03.2017 zu eröffnen.

Als Zielmarkt wurde St. Gallen gewählt, das mit seinen Nachbargemeinden auf rund 145’000 Einwohner kommt. St. Gallen zieht als Stadt Besucher aus der Region an und ist ein Einkaufsort mit einer attraktiven Fussgängerzone. Für auswärtige Verpflegung wurde in der Schweiz im Jahr 2015 pro Kopf CHF 2’425 ausgegeben. Durchschnittliche Ausgaben liegen dabei pro Kaufvorgang je nach Alter der Konsumenten zwischen CHF 11 und CHF 20.

Um Gäste zu gewinnen wurde ein Marketingplan ausgearbeitet, der die Ziele verfolgt Neukunden für einen ersten Einkauf zu gewinnen und Kunden an die Yogurt Bar zu binden um wiederkehrende Einkäufe zu generieren. Dazu werden verschiedene Marketingmassnahmen geplant und die Kundenbindung wird mit einer zeitgemässen Content-Strategie über Social Media und die eigene Internetseite gestärkt.

Die finanzielle Machbarkeit wird mit einem Finanzplan belegt. Die Gastro Libero wird mit einem Stammkapital von CHF 20’000 und Darlehen für die benötigte Startfinanzierung ausgestattet werden. Es wird angestrebt, bereits im ersten Geschäftsjahr einen positiven Cash Flow erwirtschaften zu können. Hauptertragspfeiler ist das Frozen Yogurt gefolgt von Waffeln, Crêpes und Softdrinks. Um die Liquidität berechnen zu können, wurde eine Liquiditätsplanung über die ersten 18 Monate erstellt. Dabei wurden nebst dem Basis-Szenario auch zwei negative Szenarien berücksichtigt und Gegenmassnahmen zur Erhaltung einer genügenden Liquidität aufgezeigt. Die geschätzten Umsatz- und Aufwandzahlen basieren auf eigenen Schätzungen und vor allem auch auf den Erfahrungswerten von Referenzbetrieben der Franchise-Lizenzgeberin.

Als strategische Risiken wurden das nicht-gelingen der Markteinführung von Frozen Yogurt gegen Substitute sowie ein Verdrängungskampf mit Konkurrenten identifiziert. Diese und weitere Markt-, Finanz- und operationelle Risiken werden im Risikomanagement laufend beurteilt und wo nötig begrenzt.